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Weihrauch – Wirkung und Nebenwirkungen

Weihrauch Wirkung und Nebenwirkungen

Boswellia serrata bzw. die damit verbundene Weihrauch Wirkung ist derzeit in der Medizin sozusagen „in“. Doch nicht als Modeerscheinung, sondern als Alternative zu synthetischen Medikamenten, die zahlreiche unangenehme (teilweise schlimme) Nebenwirkungen mit sich bringen. Stellt sich nur die Frage: Hat auch Weihrauch Nebenwirkungen? Wie wirkt er überhaupt? Wie stellen sich die Nebenwirkungen von klassischen Medikamenten gegen Entzündungen dar?

So wirkt Weihrauch

In Indien wird Salai Guggal, wie man das Harz des indischen Weihrauchbaumes nennt, schon lange zur Behandlung von Entzündungen verwendet. Verantwortlich für die entzündungshemmende Wirkung ist die im Harz enthaltene Boswelliasäure (pentazyklische Triterpene).

Der indische Weihrauch (Boswellia serrata) findet Anwendung bei zahlreichen Erkrankungen. Die Wirkmechanismen:

  1. 5-Lipoxygenase-Hemmung
  2. Topoisomerase-Hemmung

5-Lipoxygenase-Hemmung

Diese hemmt die Leukotrien-Bildung und wirkt gegen Entzündungen. Boswellia serrata ist daher eine interessante Alternative zu nicht steroidalen Antirheumatika, denn sie lassen deren Nebenwirkungen vermissen. Der Grund: Ein anderer Wirkmechanismus.

Topoisomerasehemmung

Die Topoisomerasehemmung beeinflusst Tumorzellen, indem sie ein Enzym hemmt, welches die Zellteilung verhindert. Viele Alternativen wurden getestet, doch Weihrauch gewann das Rennen. Aus gutem Grund: Weihrauchharz geht nur Verbindungen ein, die wieder gelöst werden können, während andere Stoffe eine dauerhafte Bindung mit den Enzymen eingehen und diese nachhaltig verändern. Allerdings sind hierzu hohe Dosierungen des Olibanums notwendig (4.000 bis 5.000 mg/tgl.).

Entzündungen

Charakteristisch für eine Entzündung sind Rötungen, Hitzeentwicklung, Schwellungen und Schmerzen. Hinzu kommt die gestörte Organfunktion. All diese Symptome werden durch etliche sogenannte Entzündungsmediatoren hervorgerufen. Klassische Behandlungen mit synthetischen Medikamenten enthalten Verbindungen, die die Prostaglandinsynthese hemmen. Sie werden auch als nichtsterodiale Antiphlogistika bzw. Antirheumatika bezeichnet. Dabei hemmen Glukokortikoide (Kortison) die Bildung von Prostaglandinen und Leukotrienen. Doch sind sie auch an einer Reihe schwerer Nebenwirkungen beteiligt.

Die sogenannte Arachidonsäurekaskade bildet Prostaglandine und Leukotriene. Bei Behandlungsversuchen mit dem Wirkstoff des Weihrauchharzes zeigte sich eine hemmende Wirkung auf die Bildung von Leukotrienen und weiteren 5-Lipoxygenaseprodukten, die allerdings stark von der Konzentration des verabreichten Wirkstoffes abhängig war. Jedoch handelte es sich bei den Probanden um Ratten.

Diese Studie löste eine Welle weiterer Fragen aus hinsichtlich der Boswelliasäure. Die Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass die Naturstoffe aus der Boswelliasäure im Rahmen der Arachidonsäurekaskade ausschließlich die Bildung von Leukotrienen hemmen. Zunächst vermutete man, dass Antioxidantien dafür verantwortlich waren.

Das legte die Vermutung nahe, dass Boswelliasäuren Nicht-Redoxhemmstoffe der 5-Lipoxygenase enthalten. Weiterführende Studien belegten, dass die Wirkung an diesem Enzym nichtkompetitiv und reversibel war. Weitere Wirkmechanismen werden vermutet, konnten jedoch noch nicht ausreichend belegt werden.

Zu wissenschaftlich?

Die Kernaussage ist, dass Weihrauch im Wesentlichen auf die Manipulation von Entzündungsmediatoren zurückzuführen ist. Entzündungen sind auf molekularer Ebene durch vermehrte Bildung sowie Freisetzung von sogenannten Entzündungsmediatoren, wie Zytokine, Prostaglandine, Leukotriene u. a. Synthetisiert werden sie von komplex regulierten Enzymen, die durch entzündungsfördernde Vorgänge gebildet werden.

Das Ziel von Entzündungshemmern ist, die Entstehung dieser Enzyme zu verhindern bzw. die Aktivierung zu hemmen. Bisher gelang dieses mit Hilfe von Kortison oder nicht-sterodialen Antiphlogistika wie Diclofenac und Ibuprofen. Doch diese bringen zahlreiche Nebenwirkungen mit sich, sodass betroffene Patienten oft vom Regen in die Traufe gelangen. Hier kommen Boswelliasäuren aus dem Weihrauchharz zum Zug, denn können nur vergleichsweise harmlose Nebenwirkungen auftreten. Doch die Wirkung ist mit der von Kortison gleichzusetzen – jedoch mit anderem Ansatz.

Rund 200 Inhaltsstoffe des Weihrauchharzes konnten bisher identifiziert werden. Weitere werden noch isoliert und untersucht. Belegt ist bisher vor allem die Wirksamkeit der Boswelliasäure als entzündungshemmende Substanz. Untersuchungen an Menschen belegen den nahezu nebenwirkungsfreien Effekt.

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Nebenwirkungen von Kortison & Co.

Kortison

Kortison ist eines der nebenwirkungsreichsten Medikamente im Kampf gegen Entzündungen. Bekannte Nebenwirkungen sind u. a.:

  • Cushing-Syndrom: Betroffene erkennt man an Vollmondgesicht, Stiernacken, Gesichtsrötungen und auffällig brüchigen Hautgefäßen
  • ansteigender Blutdruck
  • ansteigender Blutzucker
  • erhöhte Blutfettwerte
  • höhere Infektanfälligkeit
  • Gewichtszunahme trotz gleichbleibender Nahrungsaufnahme
  • Ödeme (Wassereinlagerungen im Gewebe)
  • Gefahr der Osteoporose (erhöhtes Risiko)

Gerade bei der Kortisontherapie sollte eine Knochendichtemessung vorgenommen und Präventivmaßnahmen ergriffen werden, wie Kalzium- oder Vitamin D- und Fluorgaben.

Weiterhin beeinflusst Kortison den Regelkreis der Hormone. Die Zuführung des sogenannten Glukokortikoids lässt die eigene Hormonproduktion zum Erliegen kommen und sogar die Nebennierenrinde schwinden lassen. D. h. Kortison greift direkt in die Körperfunktionalität ein.

Wird die Therapie abgebrochen, dauert es lange, bis die eigene Produktion wieder in Gang gebracht werden kann. Das ist deshalb gefährlich, weil Patienten in Stresssituationen das Hormon der Nebennierenrinde nicht schnell genug und nicht ausreichend herstellen können. Paradoxerweise kommt es dann zum verstärkten Wiederauftreten der bekannten Krankheitssymptome. Daher muss die Kortisontherapie langsam ausschleichen.

Ibuprofen

Ibuprofen wird zur Schmerzstillung, Fiebersenkung und als Entzündungshemmer eingesetzt. Doch die Nebenwirkungen des so harmlos erscheinenden Medikamentes sollten Beachtung finden, denn oftmals wird es ohne Bedacht eingesetzt.

In niedrigen Dosierungen ist es frei verkäuflich. Bedacht wurde offensichtlich nicht, dass Patienten die Dosis erhöhen könnten, indem sie einfach mehr als die empfohlene Menge einnehmen. An erster Stelle der möglichen Nebenwirkungen steht hier die Hemmung der Produktion der schützenden Schleimschicht des Magen-Darm-Traktes. Dies führt zu

  • Sodbrennen
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • zur Bildung von Magen-Darm-Geschwüren.

Weitere Nebenwirkungen sind:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Störungen der Blutbildung
  • Funktionsstörungen von Leber oder Nieren

Um Nebenwirkungen zu vermeiden sehen sich Ärzte gezwungen, Protonenpumpenhemmer zu verordnen, die als Magenschutz dienen. Medikamente gegen Nebenwirkungen von Medikamenten!

Diclofenac

Auch Diclofenac findet Anwendung als Entzündungshemmer. Es sind ähnliche Nebenwirkungen wie bei Ibuprofen zu erwarten, weitere kommen hinzu. Die möglichen Nebenwirkungen von Diclofenac sind:

  • Sodbrennen
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • zur Bildung von Magen-Darm-Geschwüren.
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • allergische Reaktionen mit Schmerzbildung
  • Nesselsucht (selten)
  • Haarausfall (selten)

Als sehr selten gilt die Möglichkeit der Auslösung eines akuten Schubes bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Nebenwirkungen von Weihrauch

Die möglichen Nebenwirkungen von Weihrauch scheinen im Gegensatz zu synthetischen Medikamenten vergleichsweise harmlos. Diese sind:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Sodbrennen
  • allergische Reaktionen

Doch längst sind sie nicht bei jedem Patienten zu erwarten.

Gegenanzeigen

Erfahrungen zur Behandlung von Schwangeren und Kindern konnten bisher nicht gesammelt werden. Daher gibt es hier keine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Doch angesichts der Tatsache, dass synthetische Medikamente in diesen Patientengruppen größere Schäden anrichten könnten, sollten die Betroffenen mit ihrem Arzt oder Heilpraktiker über Alternativen sprechen und auf Weihrauch hinweisen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Weihrauch wurden bisher nicht beobachtet. Da Weihrauch jedoch diverse Cytochrom-P450-Enzyme hemmt, könnten manche Medikamente langsamer abgebaut werden, welche über diese Cytochrome (farbige Proteine) entgiftet werden. Cytochrome haben ihre Aufgabe bei der Zellatmung, der Photosynthese und weiteren biochemischen Vorgängen.

Ärzte und Heilpraktiker

Die Mehrzahl der Ärzte in Deutschland setzt auf klassische Medikamentierung und steht natürlichen Heilmitteln oft recht skeptisch gegenüber. Heilpraktiker und Naturheilmediziner dagegen setzen sich mit der Kraft der Natur von Berufs wegen auseinander. Sofern also kein Arzt in Sachen Weihrauch hilfreich zur Seite stehen kann, darf gern ein Heilpraktiker (in jedem Fall ein Naturheilmediziner) zu Rate gezogen werden.

Patienten sei angeraten, sich nicht von den Halbgöttern in Weiß bevormunden zu lassen, die „ihr Fach ja schließlich studiert haben“. Vielmehr sollten Patienten die Verantwortung für ihre Gesundheit wieder selbst in die Hand nehmen und bestimmen, zu welcher Therapie sie bereit sind. Leider ist es oft noch so, dass der Arzt „immer recht hat“. Die Gesundheit jedoch gehört dem Patienten, der auch darüber bestimmen darf.

Weihrauch ist Natur, wie der Mensch. Natur harmoniert mit sich selbst. Die Nebenwirkungen von Olibanum kommen eher einem Unwohlsein gleich, sofern sie denn überhaupt auftreten. Die Nebenwirkungen von Kortison & Co. sind unüberschaubar und gefährlich. Selbst bei einer Wahrscheinlichkeit von 0,01 % aller Nebenwirkungen sind Menschen betroffen. Niemand möchte derjenige sein. Wo die klassische Medizin das Ende der Fahnenstange erreicht hat, ist die Natur noch lange nicht ratlos. Eine weitreichende Entschlüsselung kann jedoch noch andauern.
Weihrauch – Wirkung und Nebenwirkungen
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