Weihrauch als Heilmittel – Nebenwirkungen und Anwendung

Weihrauch kompakt – wichtige Fakten

Seit bereits über tausend Jahren hat die Heilkraft von Weihrauch, Boswellia, eine enorme Bedeutung und Tradition in der alten ayurvedischen Medizin und Naturheilkunde.

In dem Harz des Weihrauchbaums ist Boswelliasäure enthalten. Sie hat eine schmerzstillende, hemmungsstillende und antimikrobielle Wirkung. Dank dieser, kann der Weihrauch in der Volksmedizin bei Arthritis und Rheuma helfen sowie die Symptome von Morbus Crohn mildern. Zu eher selten auftretenden Nebenwirkungen gehören beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden.

Die Weihrauchpflanze.

Der Weihrauch wurde zwar von der Kommission E (wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel) nicht untersucht, jedoch wird der Weihrauch als eine ernst zu nehmende Heilpflanze aufgrund der traditionellen indischen Medizin und der neuen Studien betrachtet.

In Deutschland ist der Weihrauch-Trockenextrakt als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, allerdings bekommt man über die internationale Apotheke dieses als pflanzliches Medikament. Selbst in kosmetischen Cremes wird der Wirkstoff des Weihrauchs zur Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen beigefügt.

Weihrauch – Tradition und Neuzeit

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, war Weihrauch das wichtigste Heilmittel in der indischen Medizin, aber auch in der ägyptischen, arabischen, griechisch-römischen und chinesischen. Vor allem bei entzündlichen Zuständen aller Art und Infektionen wurden Heilpflanzen wie Weihrauch eingesetzt.

In der Neuzeit wird nun Weihrauch bei innerlichen Krankheiten eingenommen, beispielsweise bei Gelenkerkrankungen wie Rheuma, Atemwegs- und Harnwegserkrankungen sowie bei Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

Zurzeit wird Weihrauch experimentell bei bösartigem Hirntumor, Glioblastom getestet. Darüber hinaus wirkt es expektorierend, schmerzlindernd, antiseptisch und beruhigend. Zudem kann der Weihrauch als äußerliche Einreibung gegen Entzündungen und Schmerzzustände nützlich sein.

Kommission E hat sich zwar nicht mit Weihrauch beschäftigt, jedoch haben einige Untersuchungen gezeigt, dass Weihrauch eine gute Wirkung bei entzündlichen Zuständen hat. Die in Labor durchgeführten Versuche haben den entzündungshemmenden Effekt in einer Studie nachweisen können. Es wurden insgesamt 50 Studien an Menschen überwiegend in Indien durchgeführt. Obwohl die kleinen Studien positiv verliefen, gilt die Wirkung von Weihrauch als nicht gesichert, weil statistisches Material und umfassende Dokumentation über Weihrauch bis heute noch fehlen.

Heilwirkung von Weihrauch für die Gesundheit

Weihrauch gegen Feuer im Gelenk – Arthritis und Rheuma

Einige mögen es bereits kennen: Eine Entzündung im Gelenk kann unglaublich schmerzhaft sein. So wird die Beweglichkeit oft durch Schmerzen bei Arthritis und Rheuma erheblich belastet. Hierbei kann ein konzentrierter Extrakt aus dem Harz des Weihrauchs auf die Problematik positiv einwirken.

Für die Wirkung sprechen die langen indischen wie auch europäischen Traditionen, die sie bestätigen. Darüber hinaus gibt es verschiedene klinische Studien, die zwar ebenfalls über die Wirkung berichten, jedoch gab es bislang kein einhelliges positives Ergebnis. Die Forschung in Indien konzentriert sich weiterhin auf den Weihrauch, um unter anderem auch verbesserte Produkte herzustellen und anzubieten. In der Forschung liegt der Fokus auf der Boswelliasäure, sodass diese in den neuen Produkten entsprechend angereichert wird.

Weihrauch als alternatives Heilmittel mit geringen Nebenwirkungen

Weihrauch stoppt Entzündungen

Auch Entzündungen können die eigene Lebensqualität stark beeinträchtigen, denn sie sind rot, geschwollen, heiß und zudem schmerzhaft. In so einem Fall kann das Trockenextrakt aus dem Gummiharz des Weihrauchs ein überaktives Immunsystem hemmen. Hinzukommt, dass die im ätherischen Öl enthaltenden Verbindungen Schwellungen abklingen lassen.

Daneben kann Weihrauch destruktive Folgen der Entzündungen wie Gewebezerstörung durch Enzyme und oxidativen Stress mildern. Tierversuche haben gezeigt, dass die Bestandteile aus dem Gummiharz schmerzhemmend sind. Diese Tatsache erkennt die traditionelle chinesische Medizin auch an.

So einige Erkrankungen können auf unkontrollierte Entzündungszustände zurückgeführt werden. Unter Studienbedingungen sprechen auf den Weihrauch Arthrose, Rheuma, Asthma und Morbus Crohn. Es ist also recht realistisch, dass eine Erleichterung der Beschwerden erreicht werden kann, allerdings scheint eine Heilung gegen diese schweren Erkrankungen praktisch unmöglich zu sein. Darüber hinaus spricht auch die gute Verträglichkeit für die Weihrauchpräparate.

Weihrauch hilft, bei entzündetem Darm

Mit Bauchkrämpfen und Durchfall schmälern Entzündungen im Darm ebenso unsere Qualität des Lebens und blockieren unsere gesunde Ernährung. Zum heutigen Punkt kann die Schulmedizin immer noch keine befriedigende Lösung liefern, was dazu führt, dass Betroffene in komplementärmedizinischen Angeboten eine Lösung suchen. Daher kann der Weihrauch hier eine Option darstellen.

Es gibt tatsächlich Erfolg versprechende Experimente mit Weihrauch bei Colitis ulcerosa. Es wurde herausgefunden, dass ein Präparat, welches Boswellia serrata Extrakt enthält, bei 82 % der Patienten, die unter chronischer Colitis leiden, ein Verschwinden der Symptome bewirkt. Dieses sollte in der Menge von 350 mg dreimal täglich eingenommen werden. Die Behandlung war ähnlich effektiv wie bei dem Standardmedikament Sulfasalazin, wobei dieses dreimal täglich 1 g eingenommen wird und bei 75 % der Betroffenen hilft.

In der Schulmedizin wird Morbus Crohn mit Mesalazin behandelt. Als gleichwertige Behandlung erwies sich hier der indische Weihrauchextrakt H15.

Allerdings muss man erwähnen, dass insgesamt zum Thema entzündliche Darmerkrankungen weitere bessere und größere Studien wünschenswert wären.

Schmerzhafte Arthrose – blanke Nerven

Abgenutzte Knorpel führen zur Freisetzung der Nerven, was zu Entzündungen führt und Schmerzen anheizt. Weihrauchextrakt bessert bei degenerativen Gelenkerkrankungen wie Arthrose die Schmerzen, aber auch den Knorpelverlust sowie die Einschränkung der Bewegung.

In einer der ersten Studien wurde ein Boswellia serrata-Extrakt von Betroffenen eingenommen. Hier wurde die Boswelliasäure bis zu 30 % angereichert. Ob äußerliche Weihraucheinreibung hierbei ebenfalls erfolgreich ist oder nicht, kann man zurzeit nicht aussagen, da hierzu Daten fehlen. Tierversuche haben allerdings gezeigt, dass mit Weihrauchcreme eine deutlich positive Wirkung erreicht werden kann.

Asthma bronchiale – Entzündliche Stellen in der Lunge

Eine der Ursachen bei Asthma ist die entzündliche und chronische Neigung. Von der Boswelliasäure verspricht man sich weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu immun unterdrückenden Kortikosteroiden.

Es wurde herausgefunden, dass eine Dosierung von 300 mg des Weihrauchextrakts für 6 Wochen bei 70 % der Betroffenen eine Besserung der Symptome zeigte. Zu Symptomen zählen Atemnot, Anfallshäufigkeit und Atemgeräusche. In der Placebogruppe wurde dagegen lediglich bei 27 % der Patienten eine Besserung erreicht. Geprüft wurde das Mittel mit Weihrauch, 500 mg Extrakt mit Boswelliasäure, allerdings auch in der Kombinationstherapie mit herkömmlichen Medikamenten.

Nun folgt eine Auflistung der traditionellen Anwendungsgebiete, die jedoch aus der wissenschaftlichen Perspektive noch zu wenig untersucht worden sind.

Die alte Allzweckwaffe – Weihrauch

Da man in früheren Zeiten weder Medikamente noch Desinfektionsmittel hatte, behalf man sich mit Naturstoffen, die bei unterschiedlichen entzündlichen und infektiösen Zuständen Linderung verschafften. Weihrauch bietet sich hier gut an, denn man kann es sowohl innerlich wie auch äußerlich anwenden.

Der Spezialist für gereizte Haut

Traditionell wird Weihrauch bei infizierter und irritierter Haut eingesetzt. Denn Labortest haben die antibiotischen Bestandteile nachweisen können. Der indische Weihrauch ist ein beliebtes Mittel bei Erkrankungen der Haut in der ayurvedischen Medizin. Man behandelt damit Abszesse und Entzündungen der Haut, beispielsweise Schuppenflechte, indem man äußerlich ein Pflaster anlegt oder mit entsprechender Salbe. Um die Haut bei Geschwüren abzutrocknen und zu entkeimen, wird Weihrauch als antiseptische Adstringenz genutzt.

Weihrauch soll sich sogar als Kosmetikum eignen und dabei gleichzeitig die Haut entspannen und gar Falten bekämpfen. Aber auch hier liegen offizielle Prüfungen auf wissenschaftlicher Grundlage derzeit nicht vor.

Dank des Weihrauchs wird die Schleimhaut gereinigt und geschützt

Auf die Schleimhaut wirkt der Weihrauch auch. Hierfür wird das Harz gekaut, wodurch es weich und fließend wird.

Hier in Europa wird der Weihrauch bei Heiserkeit, Katarrhen und Entzündungen der Rachen-Mundschleimhaut verwendet. Ist man von Husten geplagt, so wird der Schleimauswurf gefördert. Selbst bei Soor soll das Harz helfen sowie Bakterien bei Mundgeruch bekämpfen können.

Das Weihrauchkauen soll bei Zähnen ebenfalls gute Wirkung zeigen, denn das Harz soll dem Zahnbelag zu Leibe rücken und gleichzeitig Zahnfleischentzündungen lindern.

Magen und Darm werden ebenso von Weihrauch erreicht

In Indien und Afrika, in den alten Kulturen vor allem, verwendet man das Gummiharz zu inneren Erkrankungen wie Durchfällen, Verdauungsstörungen und Magenleiden, aber auch bei Harnwegsbeschwerden. Der Weihrauch kann hierbei ebenfalls durchaus nützlich sein, nach allem, was man über diesen weiß.

Im Magen und Darm werden die relevanten Wirkstoffe in genügend Menge erreicht, aber ob diese in ebenso ausreichender Menge im Blut sowie Harn ankommen, ist wiederum fraglich. Man arbeitet zurzeit an einigen Formulierungen, die eine bessere und gute Aufnahme der Boswelliasäure gewährleisten sollen.

Weihrauch – vom Räucherwerk zum Heilmittel.

Weihrauch soll auch für den Geist gut sein

Bei diesem Punkt setzt die persische Heilkunde ein, denn sie empfiehlt eine Einnahme von Weihrauchharzperlen, um den Geist und Verstand zu stärken. In Indien wird zudem Weihrauch gegen Vergesslichkeit verwendet.

Selbst in den christlich religiösen Zeremonien wird gern aromatischer Weihrauch verwendet. Ob die Anwendung aufgrund seiner beruhigenden Wirkung stattfindet, ist die Frage. Die Aromatherapie wiederum setzt das aus dem Harz gewonnene ätherische Öl bei Spannungs- und Angstzuständen ein.

Untersuchungen und Studien zu diesem Thema gibt es am Menschen zwar nicht, jedoch haben mit Weihrauch stimulierte Zellkulturen ein Nervenwachstum gezeigt, und zwar in dem Wachstum selbst und zugleich in der Verzweigung der Nervenfortsätze. In Tierversuchen wurde gar die Lernleistung verbessert.

Nun stellt sich die Frage, ob Weihrauch auch bei neurodegenerativen Erkrankungen nützlich ist. Dies wäre noch allerdings zu prüfen.

Nun ist Weihrauch auch in der modernen Medizin angekommen

Experimente werden durchgeführt, um die Wirkung des Weihrauchs gegen Prostatakrebs, Nerventumore und Blutkrebs zu untersuchen. In Zellkulturen kann ein gehemmtes Wachstum beobachtet werden sowie vermehrter Zelltod von Prostatakarzinom-, Leukämie- und Meningeomzellen. Jedoch liegen keine Daten vor, die eine Anwendung bei Betroffenen rechtfertigen könnten. Das Hauptproblem dabei ist, dass bei den Probanden keine ausreichende Menge von den entsprechenden Wirkstoffen nachgewiesen werden konnte.

Das Präparat, welches gegen Gehirnschwellungen verursacht durch Gehirntumore eingesetzt werden sollte, wurde von der Zulassungsstelle zurückgezogen. Doch trotzdem wird an dem Thema weiterhin geforscht.

Boswelliasäuren wären im Prinzip gut geeignet, denn sie sind in der Lage die Bluthirnschranke zu überwinden. Die Klinik für Strahlenheilkunde der Universität Freiburg gab eine Pilotstudie heraus, welche eine Reduktion des Gehirnödems nach der Strahlentherapie zeigt. Genau das lässt auf weitere Studien hoffen.

Beim Weihrauch kaufen zählt: Die Qualität bestimmt den Preis.

In welchen Qualitäten kann man Weihrauch erhalten?

Die im Handel angebotenen Weihrauchpräparate unterliegen einer recht großen Preisspanne, welche auf die Qualität des jeweiligen Harzes zurückzuführen ist.

Die Kriterien der Beurteilung liegen in dem Gehalt an ätherischen Ölen, die ja für den typischen Geruch des Weihrauchs verantwortlich sind, aber auch der Zeitpunkt der Ernte spielt hier eine große Rolle. Die Qualität verbessert sich tatsächlich mit jeder Ernte, wobei früher die erste Ernte stets entsorgt wurde. Da aber die Nachfrage steigt, wird diese inzwischen exportiert.

Man sollte wissen, dass der Duft der Pflanze von Jahr zu Jahr variiert und vom Klima abhängt. Ebenso die Reinheit, Farbe und Größe der Harzbrocken. Dabei gilt, je reiner das Harz ist, desto höher ist auch der Preis.

Das Harz wird per Hand von jeglichen Verschmutzungen und Holzsplittern befreit. Auch auf die Größe der Harzstücke schlägt sich der Preis nieder. Größere Harzstücke werden in ihrer Qualität höher eingestuft. Die Farbe kann je nach Standort des Weihrauchbaumes zwischen sehr dunkel, grünlich, gräulich, weiß, bräunlich und goldfarben variieren.

Welche Weihrauchprodukte gibt es?

Wie bereits erwähnt, kann Weihrauch sowohl innerlich wie auch äußerlich Anwendung finden, daher sollte man hier differenzieren.

Für die äußerliche Anwendung

Zum einen gibt es Weihrauchlotion, die sich für eine sehr trockene Haut eignen. Therapie begleitend kann es bei Psoriasis und Neurodermitis verwendet werden.

Zudem gibt es Weihrauch als Creme, die für die tägliche Pflege besonders bei rissiger oder geröteter Haut eingesetzt werden kann.

Intensiv wirkt jedoch bei trockener Haut besonders das Gel, welches auch für Gelenkmassagen nach dem Sport angewendet werden kann. In der indischen Ayurvedanaturheilkunde wird Trockenextrakt mit Ölen und Pulvern bei Pflastern beigemengt.

Für die innerliche Anwendung – Weihrauch Kapseln

Für die innerliche Anwendung wird vor allem Weihrauchkapseln (H 15) als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Diese sind auch für Vegetarier geeignet, denn die Kapseln sind frei von tierischer Gelatine. Die Weihrauch Kapseln können eine positive Wirkung bei Hämorrhoiden, chronischen Darmerkrankungen und Rheuma auslösen.

Wie viel Weihrauchkapseln darf ich täglich einnehmen?

Dies hängt von dem eigentlichen Einnahmezweck, der persönlichen sowie gesundheitlichen Situation ab. Je nach Erfahrung des jeweiligen Therapeuten oder Arzt wird die tägliche Weihrauch Dosierung individuell festgelegt.

Aber auch Apotheken können mithilfe ihrer Erfahrungen hier weiterhelfen. Grundsätzlich und soweit nicht anders verordnet, empfiehlt sich aber Folgendes:

  • 2-3-mal täglich 1 bis 2 Weihrauchkapseln mit einem Glas Wasser kurz vor dem Essen einnehmen
  • sodass sich die Kapseln anschließend mit dem Speisebrei vermengen können
  • und das Nahrungsfett kann auf diese Weise die fettlöslichen Wirkstoffe besser in Lösung bringen und so die Aufnahme verbessern.
Weihrauch als Heilmittel – Nebenwirkungen und Anwendung
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