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Weihrauch kauen

Kann man Weihrauch kauen bzw. ist Weihrauch zum Verzehr geeignet? Wir haben uns auf Recherche begeben, unser Ergebnis lest Ihr hier.

Weihrauch Geschmack

Neben der uns allen bekannten Aufnahme der Wirk- und Heilstoffe der Weihrauchpflanze -lat. Olibanum- durch die Atmung, kann man das Weihrauchharz auch oral, d.h. durch den Mund zu sich nehmen. Speziell verarbeitet, lässt sich das Harz gut kauen und schlucken. Und wie schmeckt Weihrauch?

Fragt man, ob man Weihrauch auch essen kann, glaubt fast keiner dass dies so ist. Doch schon im Altertum wurden die Wirkstoffe des Weihrauchharzes auf dem Verdauungsweg aufgenommen um Krankheiten vorzubeugen oder zu heilen. Am Anfang schmeckt das Harz noch etwas bitter. Aber das ändert sich nach längerem Kauen und der Weihrauch entwickelt im Mund einen leichten Geschmack nach Zitrone. Also nicht unangenehm.

Weihrauch in alter Zeit

Im Altertum war Weihrauch ein geschätztes Heilmittel und teures Handelsgut. Durch archäologische Funde lässt sich seine Geschichte sowie die Art seiner Anwendungen bis ca. 5000 vor Christus zurückverfolgen. In Europa wurde er durch das Neue Testament als eines der Geschenke, die die heiligen drei Könige dem Christuskind darbrachten, in der ganzen Bevölkerung bekannt.

So fand der Weihrauch als „Räucherkraut“ Einzug in die Liturgie der katholischen Kirche. Auch heute noch sticht fast jedem, der ein Kirchengebäude betritt, der typische Duft von Weihrauch in die Nase, dessen Räucherrückstände sich in Mauerwerk und Gestühl des Innenraumes festgesetzt haben.

Anbaugebiet

Natürlicher Lieferant des Weihrauchs ist der Weihrauchbaum. Davon gibt es verschiedene Arten. Aus seinem Harz wird der Weihrauch gewonnen. Im arabischen Raum überwiegt die Art Boswellia Sacra. Man findet sie wild wachsend in der Region von Dhofar im Süden des Omans. In diesem Landstrich schaffen regenreiche Sommer und milde Winter für dieses Gewächs ideale Wachstumsbedingungen. Einige Arten der Boswellia werden ca. 6 Meter hoch. Die beschrieben Art Boswellia-Sacra ist etwas kleiner und erreicht eine Höhe von 4 bis 4,5 Meter.

Weihrauch Wirkstoffe

Das Weihrauchharz enthält neben den hochwirksamen Boswellia-Säuren, zahlreiche ätherische Öle. Das verrät und schon der unverwechselbare Duft. Dazu gehören unter anderem Limonen, Pinen, Borneol, Campher, Dipenten, Verbenol und Verbenon.

Gewinnung

Die Methode zur Gewinnung des Weihrauchharzes wird in den traditionellen Anbaugebieten von einer Generation zur anderen weitergegeben. Mit einem speziell für diesen Zweck entwickelten Messer wird die Rinde des Baumes eingeritzt, so dass das Harz austreten kann. Die an der Luft getrockneten Harztränen können nach einiger Zeit abgeerntet werden.

Das Harz enthält 15 bis 20% der heilkräftigen Boswellia-Säuren. Die Weihrauchbäume werden mehrmals in der Erntesaison angezapft. Erst ab der zweiten Ernte, ca. drei Wochen nach der ersten, wird eine gute Qualität erreicht. In der Folgezeit werden die Ernten immer besser und das Harz immer reiner. Pro Baum erreicht man je nach Alter, Zustand und Größe der Pflanze eine Ausbeute zwischen 3 und 10 Kilogramm Harz.

Weihrauch in der Wissenschaft

Beschrieben und dokumentiert wurde Weihrauch schon im Altertum. Avicenna, der berühmteste arabische Arzt des frühen Mittelalters, auch bekannt als Ibn Sina aus dem Roman „Der Medicus“ von Noah Gordon, war der berühmteste Vertreter der islamischen Medizin in seiner Zeit. In seinem historischen „Kanon der Medizin“ schrieb er das Pflanzenheilwissen und somit auch die Kenntnisse über die heilende Kraft des Weihrauchs nieder.

So beschrieb er schon vor 1000 Jahren, wie der Weihrauch dem „Verstand nützt und ihn stärkt“. Auf dieses Wissen greifen Pharmakologen in der heutigen Zeit zurück und bewiesen in Tierversuchen, dass die Gedächtnisleistung durch die Wirkstoffe im Weihrauchharz innerhalb von nur zwei Wochen um 90% gesteigert werden kann. Dieses Ergebnis beflügelt die Wissenschaft, noch mehr der alten Erkenntnisse über diese Heilpflanze zu erforschen.

Medizinische Anwendung von Weihrauch

Weihrauch hilft gegen die unterschiedlichsten Leiden. So wird er in der indischen wie arabischen Heilkunde bei der Behandlung von Wunden und Geschwüren eingesetzt. Aber auch bei der Verwendung bei rheumatischen Erkrankungen, wie z.B. Arthritis, Arthrose oder Gicht werden sehr gute Behandlungsergebnisse erzielt. Aktuelle wissenschaftliche Studien belegen die Wirkung dieser alten Heilpflanze.

Selbst bei chronischen Darmerkrankungen wie z.B. Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa führt die Anwendung von Weihrauch zur Heilung des Leidens. Hier wird teilweise die Wirkung herkömmlicher Medikamente erzielt, jedoch ohne deren mitunter erheblichen  Nebenwirkungen. In der volkstümlichen Heilkunde findet Weihrauch in Europa seit jeher Anwendung, wobei er oft zur Behandlung von Katarrhen verabreicht wird. Gegenanzeigen sind bisher keine bekannt!

Die Dosierung und Anwendung von Medikamenten, die aus Weihrauch zur Behandlung der unterschiedlichsten zum Teil auch chronischen Erkrankungen gewonnen werden, unterliegen heutzutage standardisierten Bedingungen. Trotzdem  sind sie in Deutschland nicht zugelassen. Es besteht aber die Möglichkeit, derartige Präparate mit ärztlichem Privatrezept aus dem Ausland zu importieren.

Form und Konsistenz

Kau-oder Essweihrauch wird aus reinem Weihrauchharz hergestellt. Das je nach Anwendung grob- oder feinkörnig zerkleinerte Harz besitzt eine gelbe bis beige-graue Farbe und verströmt ein zitronenfrisches Aroma mit einem leichten Hauch von Menthol. Es entfaltet nach kurzer Zeit seine beruhigende und hirnaktive Wirkung und führt zu einem allgemeinen inneren Wohlbefinden.

Natürlich wird Kau-oder Essweihrauch auch in etwas größeren, Kaugummi ähnlichen Stücken vertrieben. Aber für alle, die mit dieser Kaumasse Schwierigkeiten haben und nicht auf die Vorzüge des Ess-Weihrauchs verzichten möchten, empfiehlt es sich, den Weihrauch in heißem Wasser aufzulösen. Der daraus entstandene Sud enthält die Wirkstoffe des Harzes und kann getrunken werden.

Nimmt man Kau-Weihrauch oder Weihrauch-Präparate nach dem Essen zu sich, verbessert sich deren Wirkung, wie neuere Untersuchungen ergeben haben. Die Konzentration der Boswellia-Säuren im Blutplasma erhöht sich erheblich im Vergleich zur Nüchterneinnahme. Durch die einfache Aufnahme mit der Nahrung unterstützt Ess- oder Kauweihrauch auf natürliche Weise das körperliche und geistige Wohlbefinden.

Fazit und Empfehlung für Weihrauch kauen

In der Medizin bilden pflanzliche Heilmittel eine nebenwirkungsarme Ergänzung oder Alternative für synthetische Medikamente. Hier zeigen Weihrauchpräparate wie auch Kau- oder Essweihrauch keine oder nur sehr geringe Nebenwirkungen. Er ist gesund und kann jederzeit vorbeugend eingenommen werden.
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Über Autor: Lili Nuß

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Ein Kommentar

  1. Jitka Neuberg -Dvorak

    Schöner Abend aus Prag!
    DANKE FÜR UMFANGREICHES ARTIKEL über die heilige Pflanze?! Ich würde eines wissen wollen:
    Wie alt darf weihrauch sein um ihm zu benutzen?Ich habe nämlich schon ein bischen älteres zuhause gefunden und so will ich das wissen. Es ist auf jeden Fall Weihrauch von grösste Qualität(ich habe es vor Jahren von einen arabischen Student gekriegt aber nie verwendet..jetzt werde ich es sehr brauchen!
    Bitte,beraten Sie mich.Danke.
    Liebe Grüsse
    Jitka

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