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Weihrauch – Anwendung

Weihrauch Anwendung als Heilmittel und Kulturgut

Trotz seiner durchschlagenden Wirkungsweise, ist der Weihrauchbaum optisch recht unscheinbar. Er gedeiht als Wildwuchs in wüstenartigen Gegenden. Knorrig und spärlich belaubt, nicht sonderlich hochgewachsen (selten über acht Meter hoch) würde man ihn wohl leicht übersehen. Seine Äste bilden bis zu 25 cm lange Blütentrauben aus. Doch sein Erkennungsmerkmal ist die Rinde, die papierartig vom Stamm abblättert und eher an den abgeschlossenen Häutungsprozess einer Schlange erinnert.

Weihrauchbäume sind in 25 Arten unterteilt und gehören botanisch zur Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae), genauer zur Gattung Boswellia. Die Trockengebiete des afrikanischen Horns wie Somalia, Äthiopien, Eritrea und Sudan sowie in Süd-Arabien, wie Oman und Jemen sind ihre Heimat. Auch in Indien sind sie zu finden.

Ganze vier dieser 25 unterschiedlichen Arten können zu medizinischen Zwecken genutzt werden:

  1. Boswellia sacra
  2. Boswellia carterii
  3. Boswellia papyrifera
  4. Boswellia serrata

In Deutschland wird Weihrauch aus dem luftgetrockneten Gummiharz des indischen Weihrauchbaumes gewonnen (Boswellia serrata). Wie schon seit Jahrtausenden wird es kultisch noch immer als Räucherwerk verwendet. Doch auch in therapeutischer Hinsicht hat man seine Fähigkeiten entdeckt. Das Harz des Weihrauchbaumes ist grobkörnig und hat eine leicht transparente braun-gelbe bis rötlich-braune Farbe. Es besteht zu

  • 65 % aus Harz (davon bis zu 50 % aus Boswelliasäuren)
  • 30 % aus Gummi
  • 5 % aus ätherischen Ölen

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Vielseitige Weihrauch Anwendung ist möglich

Seine therapeutischen Talente macht Weihrauch mehr und mehr unentbehrlich. Die ayurvedische Medizin setzt bereits seit Jahrtausenden auf seine Heilkräfte. Boswelliasäure nennt sich die entzündungshemmende, schmerzstillende und antimikrobiell wirkende Substanz, die Weihrauch für den medizinischen Bereich so wertvoll macht. Laut Volksmedizin ist er ein hilfreiches Mittel bei Rheuma und Arthritis (beide entzündlich) und bei der Linderung der Symptome bei Morbus Crohn sowie zahlreichen anderen entzündlichen Erkrankungen.

Was früher schon wirkte, tut es auch heute noch. Neuzeitlich wendet man Weihrauch innerlich bei rheumatischen Erkrankungen, Darmentzündungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa), Atemwegs- sowie Harnerkrankungen an. Derzeit experimentieren Forscher noch mit Weihrauch als Mittel der Wahl gegen verschiedene Krebsarten.

Weihrauch wirkt

  • antiseptisch
  • expektorierend (den Schleimauswurf erleichternd)
  • schmerzstillend
  • beruhigend

Äußerlich angewendet hilft Weihrauch bei zahlreichen Schmerzzuständen und Entzündungen.

Altes Kulturgut

Das Wort „Weihrauch“ erinnert an das Zelebrieren einer katholischen Messe. Der Priester schwenkt den Weihrauch-Kessel, aus dem ein intensiver Duft entsteigt. Auch die Gaben der Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland enthielten neben Gold und Myrrhe auch Weihrauch. In der Antike zählte Weihrauch zu den kostbarsten Spezereien überhaupt. Die alten Ägypter nutzten Weihrauch zum Einbalsamieren, als Räuchermittel sowie zu reinigenden Zwecken.

Weihrauch als natürliches Heilmittel

Vielversprechende klinische Studien untermauern mehr und mehr, was die alten Inder schon immer wussten: Weihrauch ist ein natürliches Heilmittel bei entzündlichen Erkrankungen. In zahlreichen Veröffentlichungen der Presse und im TV wird zunehmend auf die erstaunlichen Erfolge von Weihrauch hingewiesen – besonders im Hinblick auf rheumatische Erkrankungen.

Betroffene sind bisher auf herkömmliche Rheuma-Medikamente angewiesen und wissen ein Lied von den schweren Nebenwirkungen zu singen. Nun gibt es einen Hoffnungsschimmer am Horizont, denn bei der Anwendung von Weihrauch sind kaum Nebenwirkungen zu erwarten. Doch auch im Kampf gegen Krebs setzt man mehr und mehr auf die heilsame Wirkung von Weihrauch.

Die Wirkungsweise von Weihrauch

Weihrauch (auch Olibanum genannt) enthält – neben zahlreichen Substanzen wie ätherischen Ölen, Gerbstoffen etc. – 5 – 8 % Boswelliasäure. Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften sind schon seit Längerem bekannt. Doch Weihrauch ist auch für seine beruhigende, stimmungsaufhellende Wirkung bekannt. Schon in Ägypten verwendete man es in Verbindung mit anderen Räucherstoffen wie Akazienholz, Myrrhe, Sandelholz, Galbanum und Mastix, um bestimmte Wirkungen zu erzielen.

Mit Aufkommen der modernen Medizin Ende des 19. Jahrhunderts wurde es recht still um Weihrauch. Heute weiß man jedoch die natürliche Pflanzenkraft mehr und mehr zu schätzen, weil die Wirkungsweise mit herkömmlichen Medikamenten mithalten kann, schwere Nebenwirkungen jedoch nicht zu erwarten sind.

Krankheitsbilder

Studien haben ergeben, was die Inder mit der Ayurveda-Medizin schon bewiesen haben, nämlich die erfolgreiche Anwendung von Weihrauch bei

  • Allergien
  • Arthritis und Arthrose
  • Asthma bronchiale
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Colitis ulcerosa
  • Darmerkrankungen, entzündlich
  • Gicht
  • Krebs (bestimmte Arten wie Hirntumore)
  • Leberzirrhose
  • Lupus erythematodes
  • Morbus Alzheimer
  • Morbus Crohn
  • Multiple Sklerose
  • Polyarthritis, chronisch
  • Rheuma
  • Schuppenflechte

Doch sollen Erkrankte nicht einfach Ihre Medikamente entsorgen und nur noch auf Weihrauch setzen. Die Rücksprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker sollte hinsichtlich der Eignung von Weihrauch in jedem Fall erfolgen. In der Regel wird bei schwerwiegenden Erkrankungen Weihrauch als zusätzliche Therapie verabreicht.

Die Ergebnisse der Studien lassen hoffen, denn bei bis zu 70 % der Patienten konnten deutliche Erfolge mit Weihrauch erzielt werden.

Auch bei leichteren Erkrankungen, wie

  • Aphten (kleine Druckgeschwüre im Mundbereich)
  • Zahnfleischentzündung
  • Husten und Bronchitis
  • Mandel- und Rachenentzündungen

kann Weihrauch Abhilfe schaffen. Dazu ist das Öl des Weihrauchs in der Apotheke erhältlich. Man gibt dazu einfach ein bis fünf Tropfen in warmes Wasser oder Kräutertee und gurgelt einige Male am Tag mit der Lösung.

Leichte Hauterkrankungen,

  • kleine Hautentzündungen
  • Akne
  • Lippenherpes

können mit Weihrauch ebenfalls erfolgreich behandelt werden. Ein in warme Flüssigkeit, die wiederum mit ein bis fünf Tropfen Weihrauchöl versehen ist, getauchter Wattepad wird auf die betroffenen Stellen getupft. Die Wirkung: Kühlung, Schmerzlinderung und Austrocknung des Entzündungsherdes.

Wenig Nebenwirkungen

Mehrfach fand bereits die Tatsache Erwähnung, dass bei der Anwendung von Weihrauch kaum Nebenwirkungen zu erwarten sind. Der Grund: Boswelliasäuren üben auf bestimmte Enzyme (sogenannte Leukotriene) einen Einfluss aus. Sie hemmen diese und verhindern somit die Ausschüttung dieser Entzündungsstoffe (sogenannte Leukotriensynthese) – nebenwirkungsarm.

In Einzelfällen sind folgende harmlosen Nebenwirkungen von Weihrauch zu erwarten:

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hautausschläge
  • übermäßige Produktion von Magensäure
  • Hautbrennen (lokal)

Viele Patienten mit chronischen Leiden hoffen nun, dass die Einnahme von Cortison und Schmerzmitteln durch Weihrauchextrakte reduziert werden kann. Was diese Medikamente im menschlichen Organismus anrichten können, ist den Betroffenen hinlänglich bekannt.

Stellt man einmal die möglichen Nebenwirkungen von Weihrauch denen von Cortison gegenüber, wird schnell klar, was der Gesundheit abträglich ist. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weil nicht alle Nebenwirkungen erfasst werden können. Einige wenige sind:

  • Cushing-Syndrom (Vollmondgesicht, Stammfettsucht, Gesichtsröte)
  • Gewichtszunahme
  • erhöhte Blutzucker- und -fettwerte
  • Diabetes mellitus
  • Gewebswassersucht (Ödeme)
  • Dehnungsstreifen der Haut
  • Dünnerwerden der Haut
  • Muskelschwund
  • verzögerte Wundheilung
  • Depression
  • Psychosen
  • Gesteigerter Appetit
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Linsentrübung (Katarakt)

Nun wird klar, warum die Nebenwirkungen von Weihrauch ungleich weniger schlimm ausfallen. Sie verschwinden einfach wieder.

Weihrauch eine Droge?

Sogenanntes Weihrauchazetat wirkt beim Beräuchern wie ein psychoaktiver Stoff. Er beeinflusst das Gehirn und ist in der Lage, Angstzustände und Depressionen zu lindern. Probanden wurden fröhlicher und sprachen von einem wohlig warmen Gefühl.

Weihrauch auf Rezept?

Da entsprechende wissenschaftliche Nachweise noch auf sich warten lassen, ist hierzulande Weihrauch noch nicht als Medikament zugelassen, d. h. die Krankenkassen übernehmen keine Kosten. Doch gegen Präparate aus der Apotheke ist nichts einzuwenden, um entzündlichen Erkrankungen entgegenzuwirken. Oftmals helfen Medikamente nicht ausreichend oder bringen zahlreiche Nebenwirkungen. Das Harz des Weihrauchbaumes bietet eine gute Ergänzung zur herkömmlichen Therapie.

Das Angebot an weihrauchhaltigen Produkten ist groß und sorgt für allgemeine Verunsicherung. Für medizinische Laien ist es geradezu unüberschaubar. Weihrauch ist nicht gleich Weihrauch, das muss hier festgehalten werden. Die Google-Suche spuckt mehr als 120.000 Ergebnisse aus.

Nicht jeder Anbieter setzt auf Seriosität. Wer Weihrauch gern ausprobieren möchte, lässt sich am besten von erfahrenen Medizinern beraten: Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker. Erfahrungsweise halten die meisten Ärzte jedoch nichts von solcherlei Naturprodukten, daher dürfte der Heilpraktiker der erste Ansprechpartner sein.

Weihrauch als Wunderpflanze?

Weihrauch ist eine Pflanze, die es schon seit Jahrtausenden gibt und auch ihre Wirkungsweise ist vielen Menschen hinlänglich bekannt. Doch der Westen setzte ab dem 19. Jahrhundert begeistert auf die gängige Medizin, sodass Weihrauch größtenteils in Vergessenheit geriet.

Unzureichende medizinische Wirkungsweisen, unangenehme Nebenwirkungen und die Ausrichtung auf eine gesündere Lebensform bringt auch im sogenannten Abendland die Menschen mehr und mehr dazu, wieder auf die Kraft der Natur zu vertrauen – mit Erfolg. Bei synthetisch hergestellten Medikamenten ist es in der Regel nicht möglich, einen Wirkstoff zu schaffen, der ausschließlich die Ursachen oder Symptome einer Erkrankung bekämpfen und heilen.

Vielfach ist Heilung überhaupt kein Thema. Doch was der Mensch nicht schafft, schafft Mutter Natur. Ihre Waffe: Bestandteile wie die Boswelliasäuren und viele mehr, die Krankheitssymptome an der Wurzel packen und erfolgreich bekämpfen.

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